Onlineshop erstellen: Kostenlos, selbst oder professionell – der ehrliche Vergleich
Wenn Sie „Onlineshop erstellen“ googeln, stehen Sie meist noch ganz am Anfang: Kostenlos oder bezahlt, selbst bauen oder bauen lassen, Wix oder WordPress oder etwas ganz anderes? Dieser Artikel beantwortet die häufigsten Fragen ehrlich – auch dort, wo die ehrliche Antwort nicht „beauftragen Sie uns“ lautet. Am Ende wissen Sie, welcher Weg zu Ihrer Situation passt.
Kann man einen Onlineshop wirklich kostenlos erstellen?
Ja, technisch schon. Anbieter wie Weebly oder Webador haben kostenlose Tarife, mit denen Sie einen einfachen Shop online stellen können. Auch WooCommerce als WordPress-Plugin kostet in der Basis nichts. Die ehrliche Einschränkung: „kostenlos“ bezieht sich fast immer nur auf die Software – nicht auf den Betrieb.
Was in der Praxis trotzdem anfällt:
- Eine eigene Domain – ohne sie läuft Ihr Shop auf einer Subdomain des Anbieters, was unprofessionell wirkt und schlecht bei Google rankt
- Hosting, sobald Sie über eine reine Testversion hinauswollen
- Zahlungsanbindung – die meisten Zahlungsdienstleister verlangen eine Transaktionsgebühr
- Erweiterungen für Dinge, die im Gratistarif fehlen: eigene Rechnungsvorlagen, mehr Produkte, bessere Suche
Realistisch bewegen sich auch „kostenlose“ Shops nach kurzer Zeit bei 10 bis 50 € monatlich – für Domain, Hosting light und die ersten Erweiterungen.
Was kostet es, einen Onlineshop erstellen zu lassen?
Das hängt stark davon ab, was Sie unter „erstellen lassen“ verstehen:
| Weg | Kosten | Was Sie bekommen |
|---|---|---|
| Baukasten selbst eingerichtet | 150 – 600 € / Jahr | Fertige Vorlage, eigene Inhalte, Standardfunktionen |
| Baukasten mit Einrichtungshilfe | 500 – 2.000 € einmalig + laufende Gebühr | Jemand richtet die Vorlage für Sie ein |
| WooCommerce professionell umgesetzt | 6.000 – 25.000 € | Individuelles Design, saubere technische Basis, SEO-Grundaufbau |
| Magento 2 (Mittelstand) | 25.000 – 80.000 € | Skalierbar, ERP-fähig, für wachsende und komplexe Sortimente |
Eine ausführliche Aufschlüsselung, wofür das Geld bei einem professionellen Projekt konkret draufgeht, finden Sie in unserem Artikel Onlineshop erstellen lassen: Kosten und Ablauf.
Kann ich einen Onlineshop selbst erstellen?
Ja – die Frage ist, ob Sie es sollten. Mit einem Baukasten wie Wix, Jimdo oder Shopify ist das technisch für die meisten Menschen machbar, auch ohne Programmierkenntnisse. Rechnen Sie realistisch mit 20 bis 60 Stunden für einen einfachen Shop mit überschaubarem Sortiment.
Selbst bauen lohnt sich, wenn:
- Sie wenige Produkte verkaufen (unter etwa 50)
- Der Shop ein Nebenprojekt ist, kein Hauptgeschäft
- Sie Zeit investieren können und wollen
- Standardfunktionen ausreichen
Ein professioneller Partner lohnt sich, wenn:
- Der Shop Ihr Haupteinkommen tragen soll
- Sie viele oder komplexe Produkte haben
- Sie ein bestehendes System (Warenwirtschaft, Kasse) anbinden müssen
- Ihre Zeit anderswo mehr wert ist als die Ersparnis
- Sie von Anfang an bei Google gefunden werden wollen – Baukasten-SEO ist begrenzt
Wix, Jimdo, Shopify oder WordPress – was passt?
Die vier am häufigsten gesuchten Systeme kurz eingeordnet:
Wix und Jimdo
Einsteigerfreundliche Baukästen, gut für kleine Sortimente und wenn der Shop nur ein Teil einer normalen Website ist. Beide stoßen bei größeren Katalogen und viel Traffic an technische Grenzen. Für ein Nebengewerbe mit 5 bis 10 Produkten ausreichend.
Shopify
Spezialisiert auf E-Commerce, deutlich mehr Funktionen als Wix oder Jimdo, aber mit monatlicher Gebühr und teils zusätzlichen Transaktionskosten. Guter Mittelweg für alle, die schnell und professionell aussehend starten wollen, ohne selbst zu entwickeln.
WordPress mit WooCommerce
Das Plugin selbst ist kostenlos, WordPress ebenfalls. Sie zahlen für Hosting und je nach Bedarf für Erweiterungen. Der Vorteil: volle Kontrolle, keine Plattformbindung, guter SEO-Spielraum. Der Nachteil: Sie oder jemand für Sie muss sich um Updates, Sicherheit und Performance kümmern. Mehr dazu in unserem Artikel zu WooCommerce.
Wer zwischen diesen und größeren Systemen wie Magento abwägt, findet die ausführliche Gegenüberstellung in unserem Shopsystem-Vergleich.
Ab wann lohnt sich ein professionelles System?
Es gibt keinen exakten Schwellenwert, aber klare Signale:
- Ihr Katalog wächst über einige hundert Produkte – Baukästen werden dann unübersichtlich oder langsam
- Sie brauchen individuelle Preislogik – Mengenrabatte, Kundengruppen, B2B-Konditionen
- Ein Warenwirtschafts- oder Kassensystem soll angebunden werden
- Sie wollen international verkaufen – mehrere Sprachen, Währungen, Steuersätze
- SEO ist Ihr wichtigster Kanal – Baukästen begrenzen, wie stark Sie technisches SEO beeinflussen können
Wenn nichts davon zutrifft: Ein Baukasten ist keine Notlösung, sondern für viele die richtige Wahl. Wir sagen das offen, auch wenn wir selbst größere Projekte umsetzen.
Was ein Onlineshop unabhängig vom System braucht
Egal ob Baukasten oder Individualentwicklung – diese Punkte gelten immer:
- Gewerbeanmeldung, sobald Sie dauerhaft und mit Gewinnabsicht verkaufen
- Impressum und Datenschutzerklärung – Pflicht, unabhängig von der Shopgröße
- Widerrufsbelehrung und seit Juni 2026 der Widerrufsbutton nach § 356a BGB
- Eine eigene Domain – für Vertrauen und für Google unverzichtbar
- Eine professionelle E-Mail-Adresse statt einer privaten – mehr dazu in unserem Artikel Firmen-E-Mail-Adresse einrichten
Verkaufen Sie an Geschäftskunden?
Wenn Sie nicht an Privatkunden, sondern an Unternehmen verkaufen wollen, ändert sich die Ausgangslage grundlegend: individuelle Preise pro Kunde, Rechnungskauf, Mindestbestellmengen, teils Freigabeprozesse. Kein Baukasten bildet das gut ab. Was ein B2B-Shop technisch braucht, erklärt unser Artikel zum Magento 2 B2B Shop.
Häufige Fragen
Wie kann ich in der Schweiz kostenlos einen Onlineshop erstellen?
Grundsätzlich mit denselben Baukästen wie in Deutschland – Wix, Weebly, WooCommerce funktionieren länderunabhängig. Zu beachten sind aber Schweizer Besonderheiten: eigene Mehrwertsteuersätze, Zollregelungen bei Lieferungen aus der EU und teils andere gängige Zahlungsmethoden wie TWINT.
Kann ich mit Shopify oder Wix einen B2B-Shop aufbauen?
In Grenzen ja – Shopify bietet mit Shopify Plus eigene B2B-Funktionen, allerdings zu deutlich höheren Kosten. Für komplexere B2B-Anforderungen mit individuellen Preisen und Freigabeprozessen sind Systeme wie Magento 2 meist die passendere und langfristig wirtschaftlichere Lösung.
Welcher Anbieter ist der beste, um einen Onlineshop zu erstellen?
Es gibt keinen pauschal besten Anbieter – nur den besten für Ihre Situation. Wenige Produkte und kleines Budget: ein Baukasten. Wachsendes Geschäft mit WordPress-Basis: WooCommerce. Komplexe Anforderungen, B2B oder große Kataloge: Magento oder eine vergleichbare Enterprise-Lösung.
Was brauche ich, um einen Onlineshop zu erstellen?
Mindestens: eine Geschäftsidee mit Produkten, eine Domain, ein Shopsystem, eine Zahlungsanbindung und die rechtlichen Pflichttexte. Wer verkaufen will, braucht zusätzlich eine Gewerbeanmeldung.
Wie günstig kann ich einen Onlineshop erstellen lassen?
Für einen einfachen WooCommerce-Shop mit überschaubarem Umfang beginnen professionelle Umsetzungen bei etwa 6.000 €. Darunter bewegen Sie sich im Bereich von Baukästen mit Einrichtungshilfe, ab etwa 500 bis 2.000 € einmalig.
Und wenn Sie bereit für den nächsten Schritt sind?
Vielleicht zeigt Ihnen dieser Artikel, dass ein Baukasten für den Start reicht – dann nutzen Sie ihn gerne, das ist eine gute Entscheidung. Vielleicht merken Sie aber auch, dass Ihr Vorhaben mehr braucht: mehr Kontrolle, mehr Wachstumsspielraum, eine Anbindung an Ihre bestehenden Systeme.
In dem Fall beraten wir Sie ehrlich, welches System zu Ihrem konkreten Vorhaben passt – als Webagentur aus Nürnberg mit Erfahrung in WooCommerce und Magento 2. Mehr zur professionellen Umsetzung auf unserer Seite Onlineshop erstellen.
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