Magento 2 B2B Shop: Funktionen, Kosten und wann er sich wirklich lohnt

23. Juni 2026 · 6 Min. Lesezeit · Fachbeitrag

B2B-E-Commerce wächst schneller als B2C – und Magento 2 ist die führende Plattform dafür. Unternehmen die Geschäftskunden online beliefern, haben spezifische Anforderungen: individuelle Preise, Genehmigungsworkflows, Kreditlimits, Staffelrabatte und Schnellbestellung per Artikelnummer. Standard-Shopsysteme stoßen hier schnell an ihre Grenzen. Magento 2 B2B nicht.

Was unterscheidet B2B-E-Commerce von B2C?

Im B2B kaufen nicht Einzelpersonen, sondern Unternehmen – mit eigenen Prozessen, Budgets und Entscheidungsstrukturen. Das verändert fast alles am Shopsystem:

  • Individuelle Preise: Jeder Geschäftskunde hat eigene Konditionen – Mengenrabatte, Kundengruppen-Preise, projektbezogene Sonderpreise
  • Genehmigungsworkflows: Bestellungen müssen oft intern freigegeben werden – der Einkäufer bestellt, der Vorgesetzte genehmigt
  • Schnellbestellung: B2B-Einkäufer kennen ihre Artikelnummern – sie wollen keine langen Kataloge durchklicken
  • Kreditlimits und Zahlungsziele: Rechnung auf 30/60/90 Tage, Kreditrahmen pro Kunde, automatische Prüfung
  • Mehrere Benutzer pro Konto: Ein Unternehmen hat mehrere Einkäufer mit unterschiedlichen Rechten und Budgets
  • Angebotsprozess: Komplexe Produkte werden oft erst angefragt, kalkuliert und als Angebot bestätigt – erst dann bestellt

Ein klassischer WooCommerce Shop oder Shopify-Store kann diese Anforderungen nicht abbilden. Magento 2 – insbesondere Adobe Commerce – ist für genau diesen Use Case gebaut.

Magento 2 B2B Funktionen: Was ist nativ enthalten?

Adobe Commerce (die Enterprise-Version von Magento 2) enthält ein vollständiges B2B-Modul. Diese Funktionen sind nativ verfügbar:

Company Accounts – Unternehmenskonten mit Hierarchien

Statt einfacher Einzelkundenkonten können Unternehmen als eigenständige Einheiten angelegt werden. Der Unternehmensadministrator verwaltet Mitarbeiter, weist Rollen und Budgets zu und sieht alle Bestellungen des Unternehmens auf einen Blick. Einkäufer, Teamleiter und Buchhalter haben jeweils eigene Zugriffsrechte.

Shared Catalogs – Individuelle Produktkataloge

Nicht jeder Kunde sieht denselben Katalog. Mit Shared Catalogs können Sie für jeden Kunden oder jede Kundengruppe einen eigenen Produktkatalog mit individuellen Preisen konfigurieren. Lieferant A sieht Produkt X zu 12,50 €, Lieferant B zum gleichen Produkt zu 14,90 €.

Negotiable Quotes – Digitaler Angebotsprozess

Kunden können Angebote direkt im Shop anfragen. Der Vertrieb erhält die Anfrage im Magento-Backend, kann Preise anpassen, Kommentare hinzufügen und das Angebot zurücksenden. Der Kunde akzeptiert, lehnt ab oder verhandelt weiter – vollständig digital, ohne E-Mail-Chaos.

Purchase Orders – Genehmigungsworkflows

Bestellungen werden als Bestellanforderungen angelegt und müssen intern freigegeben werden. Sie definieren Genehmigungsregeln: Bestellungen unter 500 € werden automatisch freigegeben, darüber muss der Teamleiter zustimmen, über 5.000 € die Geschäftsführung. Alles digital, nachvollziehbar, automatisch.

Quick Order – Schnellbestellung

B2B-Einkäufer kennen ihre SKUs. Mit Quick Order können Kunden Artikelnummern direkt eingeben oder eine CSV-Datei mit einer Bestellliste hochladen. Was früher Telefonanrufe oder Fax-Bestellungen waren, läuft jetzt vollautomatisch.

Requisition Lists – Bestelllisten

Wiederkehrende Bestellungen werden als Listen gespeichert. Der Einkäufer klickt auf „Büromaterial Monat“ und legt alle Items auf einmal in den Warenkorb – in Sekunden statt in Minuten.

Magento 2 Open Source vs. Adobe Commerce für B2B

FunktionMagento 2 Open SourceAdobe Commerce
Company Accounts❌ nicht enthalten✅ nativ
Shared Catalogs❌ nicht enthalten✅ nativ
Negotiable Quotes❌ nicht enthalten✅ nativ
Purchase Orders❌ nicht enthalten✅ nativ
Quick Order❌ nicht enthalten✅ nativ
Individuelle Preise✅ via Extensions✅ nativ
Kundengruppen✅ nativ✅ nativ
B2B Extensions✅ via Marketplace✅ nativ + mehr

Für viele mittelständische B2B-Projekte ist Magento 2 Open Source mit gezielten B2B-Extensions die kosteneffizientere Wahl. Welche Extensions und individuellen Module sinnvoll sind, analysieren wir im Projekt gemeinsam.

B2B-Integration mit ERP und Warenwirtschaft

B2B-Shops leben von sauberen Datenprozessen. Lagerbestände, Preise und Kundenstammdaten müssen in Echtzeit zwischen Magento 2 und dem ERP-System synchron sein. Wir haben langjährige Erfahrung in der Magento 2 ERP-Integration – ob SAP, Navision, ProAlpha oder individuelle Warenwirtschaftssysteme.

Typische Datenpflüsse im B2B:

  • ERP → Magento: Produkte, Preislisten pro Kunde, Lagerbestände, Kundenstammdaten, Kreditlimits
  • Magento → ERP: Bestellungen, freigegebene Purchase Orders, Retouren, Kundendaten
  • Bidirektional: Angebote, Auftragsstatus, Lieferinformationen

Was kostet ein Magento 2 B2B Shop?

ProjekttypMerkmaleInvestitionZeitplan
B2B EinsteigerKundengruppen, individuelle Preise, ERP-light20.000 – 40.000 €3–4 Monate
B2B MittelstandShared Catalogs, Purchase Orders, ERP-Integration40.000 – 80.000 €4–7 Monate
B2B EnterpriseNegotiable Quotes, Multi-Store, komplexe Workflows80.000 – 200.000 €6–12 Monate

Die Kosten für Adobe Commerce (Lizenz) beginnen bei ca. 22.000 € pro Jahr. Für viele mittelständische Projekte empfehlen wir zunächst Open Source mit Extensions – und einen späteren Wechsel zu Adobe Commerce wenn das Unternehmen skaliert. Mehr zu den Grundlagen in unserem Artikel Magento 2 Shop erstellen lassen.

Für wen ist Magento 2 B2B die richtige Wahl?

Magento 2 B2B lohnt sich für Unternehmen die:

  • Geschäftskunden mit individuellen Preisen, Rabatten oder Konditionen beliefern
  • Komplexe interne Genehmigungsprozesse für Bestellungen haben
  • Ihr Außendienstgeschäft digitalisieren und Bestellungen automatisieren wollen
  • Ein bestehendes ERP-System anbinden müssen
  • Wachstum planen und ein skalierbares System brauchen

Wenn Sie dagegen einen einfachen B2B-Shop mit wenigen Kunden und Standardpreisen suchen, kann auch WooCommerce mit B2B-Plugins ausreichen. Unser Shopsystem-Vergleich hilft bei der Entscheidung.

Häufige Fragen zum Magento 2 B2B Shop

Kann ich B2C und B2B gleichzeitig mit Magento 2 betreiben?

Ja – das ist einer der größten Vorteile. Magento 2 kann B2C und B2B aus einer einzigen Plattform bedienen. B2C-Kunden sehen den öffentlichen Katalog mit Endverbraucherpreisen, B2B-Kunden loggen sich ein und sehen ihren individuellen Katalog mit Nettopreisen. Alles in einem Backend, einem Lager, einem System.

Wie lange dauert eine B2B-Migration von einem alten System?

Je nach Komplexität 4–12 Monate. Kritisch ist immer die Datenmigration: Kundenpreislisten, Konditionen und Bestellhistorie müssen sauber übertragen werden. Wir empfehlen einen Parallelbetrieb von mindestens 4–6 Wochen. Mehr zum Migrationsprozess erklärt unser Artikel zur Magento 1 auf Magento 2 Migration.

Brauche ich Adobe Commerce oder reicht Open Source?

Für die meisten mittelständischen B2B-Projekte startet man sinnvoll mit Open Source und gezielten Extensions. Adobe Commerce lohnt sich ab ca. 5 Millionen € B2B-Jahresumsatz online oder wenn die nativen Enterprise-Features (insbesondere Negotiable Quotes und Purchase Orders) zwingend nötig sind und eine Eigenentwicklung teurer wäre.

Wie werden individuelle Kundenpreise technisch umgesetzt?

Magento 2 bietet mehrere Mechanismen: Tier Prices (Mengenrabatte), Customer Group Prices (Gruppenpreise), Catalog Price Rules und bei Adobe Commerce Shared Catalogs mit vollständig individuellen Preisen pro Unternehmen. Für sehr spezifische Preislogiken entwickeln wir auch individuelle Magento 2 Module.

Jetzt B2B-Projekt besprechen

Wir haben B2B-Shops für Hersteller, Großhändler und Dienstleister umgesetzt – von einfachen Kundengruppen-Preisen bis zu komplexen Genehmigungsworkflows mit ERP-Echtzeit-Synchronisation. Als erfahrene Magento 2 Agentur aus Nürnberg kennen wir die typischen Anforderungen und Fallstricke im B2B-E-Commerce. Schauen Sie sich unsere Referenzprojekte an und kontaktieren Sie uns für ein kostenloses Erstgespräch – wir melden uns innerhalb von 24 Stunden.

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